Anstatt ihre Kinder kostenfrei in Krippen, Kindergärten und Schulen unterbringen zu können, so wie es die Piratenpartei in ihren Programmen formuliert, müssen Gothaer Eltern überall Gebühren zahlen. Als sei dies nicht schon schlimm genug, entwirft die Stadtverwaltung eine Satzungsänderung, um die Gebühren ab 2013 in völlig unangemessener Art und Weise sogar noch zu erhöhen.
Ganz ehrlich: Toll finden wir, dass die Stadt Gotha jedes Jahr viel Geld ausgibt, das zweifellos ihren Bürgern zu Gute kommt. Das sind Ausgaben für Wirtschaft, Infrastruktur, Bildung, Kultur, Investitionen und vieles mehr. Alles prima und jede Ausgabe ist im Haushaltsplan der Stadt Gotha diskutiert und vom Stadtrat bestätigt.
Doch was ist, wenn ein Projekt atemberaubend hohe Kosten verursacht, die die Stadtverwaltung nicht mehr im Griff hat und der Stadtrat deswegen verzweifelt eine Finanzspritze nach der anderen durchwinken muss? Nehmen wir doch mal unser neues Stadt-Bad, im Jahre 2009 mit einem Gesamtvolumen von 15,1 Mio. Euro als Investition abgesegnet.

Warum erzählt uns Gothaern kaum jemand, dass die Kosten ganz leise, nach und nach wachsen und jetzt mittlerweile bei errechneten 20,8 Mio. Euro liegen? Zudem ist in dem Konzept ein Jahresfehlbetrag 910.000 Euro jährlich eingeplant. Noch mal zum Mitschreiben: 5,7 Millionen höhere Baukosten als geplant und das bei gerade mal 60% Baufortschritt und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Plus fast 1 Millionen kalkuliertes Minus pro Jahr.
Wird über diese 1 Mio. jährlicher Unterdeckung dann weiter sinniert, liegt der Verdacht nahe, dass sich die Bad-Betreiber fehlende Gelder über hohe Eintrittspreise zurück holen werden. Täglich sind 220 Besucher kalkuliert, die für die Einnahmen sorgen sollen. Neben Senioren, die ihre Bahnen ziehen und Schwimmern der Sportvereine wird besonders mit vielen Familien als zahlende Badbesucher gerechnet. Doch, welche Gothaer Familie will denn das Bad noch nutzen, wenn sie ihr Geld schon für überzogene Kindergartengebühren zurücklegen muss?
Und hier schließt sich der Kreis. Wenn dieser Tage in Gotha heiße Diskussionen entflammen, ob und wie hoch die Gebühren für Kindertageseinrichtungen erhöht werden, kommt unweigerlich auch der Verdacht auf, mit dem zusätzlichen eingenommenen Geld der Gothaer Bürger werde nicht einzig nur an das Wohl der Kinder gedacht, sondern müsse auch die ein oder andere finanzielle Unterdeckung der Stadt ausgeglichen werden.

Die Piraten in Gotha fordern, dass die Stadt glaubhaft nachweist, ihre Finanzlöcher nicht mit sozial unverträglichen Gebühren stopfen zu wollen und vielmehr noch, eine kostenfreie Nutzung für Kinder von Kindergärten, Krippen und Schulen zu gewährleisten.

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